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Impfungen und Impfstoffe

Zusammengestellt und geprüft von S. Temizel, MPH, Fachärztin für Hygiene- und Umweltmedizin, Augsburg, und von Dr. Martina Bach, Fachredakteurin bei Thieme Compliance, Erlangen

Hinweis für aufklärende Ärzte: In unserem Portfolio zur Patientenaufklärung finden Sie neu den Aufklärungsbogen "Impfung gegen die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)".

Mit Hochdruck wird an der Entwicklung von Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus geforscht. Für die Impfstoffe der Unternehmen BioNTech und Pfizer bzw. Moderna erteilte die Europäische Kommission die bedingte Marktzulassung. Bei beiden Produkten handelt es sich um mRNA Impfstoffe. Ein weiterer Kandidat des Unternehmens AstraZeneca steht unmittelbar vor der Zulassung in der Europäischen Union. Hierbei handelt sich um einen Vektorimpfstoff.

Die Impfstoffe verhindern mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die Erkrankung an oder einen schweren Verlauf von COVID-19. Weitere Forschung ist nötig, um festzustellen, ob eine Impfung auch die Weitergabe von SARS-CoV-2 verhindert. Auch wenn jetzt Impfstoffe zur Verfügung stehen, beachten Sie bitte daher weiterhin unbedingt die Hygieneregeln.

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Erbgut-basierte Impfstoffe (mRNA-Impfstoffe)

Einige der Impfstoffe funktionieren nach einem neuartigen Prinzip. Sie enthalten im Labor hergestelltes genetisches Material des SARS-CoV-2-Virus (mRNA) für ein bestimmtes Virusprotein. Nach der Impfung gelangt dieses Genmaterial in die menschlichen Zellen. Diese produzieren daraufhin selbst das Virusprotein. Es löst keine Erkrankung aus, sondern das Immunsystem wird dadurch angeregt, spezifische Abwehrstoffe (Antikörper) zu bilden. Im Fall einer Infektion erkennt das Immunsystem den Erreger besser und kann ihn gezielt abwehren, sodass die Erkrankung verhindert oder abgeschwächt wird. Zur Gruppe der mRNA-Impfstoffe gehören der Impfstoff von Pfizer und BioNTech und ein Impfstoff des US-Konzerns Moderna.

Es wird zwar genetisches Material gespritzt, aber es ist praktisch unmöglich, dass dieses Material in das menschliche Erbgut eingebaut wird. In den Zellen werden die Virusproteine nachgebaut, dann wird die mRNA abgebaut und verschwindet.

Vektorimpfstoffe

Für diese Art von Impfstoff dienen entschärfte, bewährte Impfviren als Transportmittel, um eine neue Impfung herzustellen. In ein bekanntes abgeschwächtes Virus werden kurze Genbausteine von Oberflächeneiweißen von SARS-CoV-2 eingebaut. Aus diesem Erbgut produzieren die Körperzellen daraufhin selbst diese Viruseiweiße. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, spezifische Abwehrstoffe (Antikörper) zu bilden. Im Fall einer Infektion erkennt das Immunsystem den Erreger und kann ihn gezielt abwehren, sodass die Erkrankung verhindert oder abgeschwächt wird. Nach dem Prinzip eines Vektorimpfstoffs funktioniert der Impfstoff von AstraZeneca.

Das Robert Koch Institut hat zwei Filme über die Impfstoff-Entwicklung veröffentlicht. Sie behandeln folgende Fragen:

Informationen zu den vom BfArM und PEI genehmigten klinischen Prüfungen finden Sie im Europäischen „Clinical Trials Register“ sowie auf der Internet-Seite des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Eine internationale Übersicht bietet das Forschungsnetzwerk Cochrane. Weitere Informationen finden Sie beim Verband der forschenden Pharma-Unternehmen.

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