Englische Seite öffnen
Aufklärungsbögen Aufklärungsbögen Hintergrund-Informationen Hintergrund-Informationen

Ansteckungsrisiko und Vorbeugung gegen eine Ansteckung

Zusammengestellt und geprüft von S. Temizel, MPH, Fachärztin für Hygiene- und Umweltmedizin, Augsburg

Bestimmte Umstände steigern die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2). Wir erklären Ihnen, wann Sie mit erhöhter Wachsamkeit auf typische Symptome der Krankheit achten sollten und mit welchen einfachen Handlungen Sie dazu beitragen können, sich und Ihr Umfeld zu schützen.

Navigation Vorbeugung

Wie wird das Coronavirus (SARS-CoV-2) übertragen?

Die Übertragung des Coronavirus (SARS-CoV-2) erfolgt vermutlich hauptsächlich über Tröpfchen – also Viren, die von den Erkrankten über die Atemwege ausgeschieden werden. Dies geschieht vor allem durch engen Kontakt von Angesicht zu Angesicht: Bis zu einem Abstand von 1,5 bis 2 Metern kann bei längerem Kontakt durch Sprechen, Niesen oder Husten das Virus übertragen werden. Beim Singen oder auch bei gesteigerter körperlicher Aktivität werden übrigens mehr Tröpfchen ausgeschieden. Trocknen die Tröpfchen aus, entstehen so genannte Aerosole, die vor allem in schlecht belüfteten Räumen auch noch über größere Distanzen ansteckend sein können. Auch mit Viren verunreinigte Hände oder Oberflächen können vermutlich zu Infektionen führen, wenn nach Kontakt die eigenen Schleimhäute (Mund, Nase, eventuell auch Augen) berührt werden. Wie lange die Viren auf unbelebten Oberflächen (wie Metall, Glas oder Plastik) überleben können ist noch nicht endgültig untersucht. Man geht aktuell davon aus, dass es bis zu mehrere Tage sein können.

Wann besteht das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2)?

Wenn Sie Kontakt zu einem nachweislich mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) Infizierten hatten UND eines oder mehrere der hier genannten Symptome aufweisen, könnte eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegen. Da die Infektionsketten aber oft nicht mehr vollständig nachvollziehbar sind, kann aber auch bei Vorliegen respiratorischer Symptome ohne einen bekannten Kontakt eine Infektion mit dem Coronavirus nicht ausgeschlossen werden.

Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zu den ersten Krankheitssymptomen (Inkubationszeit)?

Wenn es zu einer Ansteckung kommt, beträgt die Zeit zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) in der Regel 5 – 6 Tage. Sie kann aber bis zu 2 Wochen dauern. Deshalb dauert eine Quarantäne für Personen, die ein hohes Risiko aufweisen, sich angesteckt zu haben, ebenfalls 2 Wochen. Eine Erkrankung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) kann aber auch ganz ohne Krankheitszeichen (asymptomatisch) ablaufen, weshalb die Einhaltung der Schutzmaßnahmen – vor allem der Abstandregeln – für alle Bürgerinnen und Bürger wichtig sind.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) schützen?

Es gibt einfache Maßnahmen, um sich zu schützen – dies gilt nicht nur für das Coronavirus (SARS-CoV-2), sondern für alle Infektionen, die durch Tröpfchen übertragen werden:

Was kann ich zusätzlich tun, um die Ausbreitung der Infektion zu verlangsamen?

Um die Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) möglichst einzudämmen bzw. zu verlangsamen sind weitere Maßnahmen in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich nötig. Insbesondere Kontakte sollten, soweit möglich, reduziert werden.

Die unten genannten Maßnahmen finden sich in teils bundesweit, teils für einzelne Bundesländer oder gar nur einzelne Kreise gültigen Regelungen zur Pandemieeindämmung wieder (bspw. Lockdown). Bitte bleiben Sie über die aktuell gültigen Regeln informiert und halten Sie sich an die Vorgaben.

Behalten Sie die Coronainfektionszahlen in Ihrer Region im Blick. Für die regionale Situation empfehlen wir als Informationsquelle die Seite COVID-Risiko Deutschland nach Ländern und Kreisen von Pavel Mayer. Hier werden die Daten des Robert-Koch-Instituts ausgewertet und zusammen mit einer Risiko-Bewertung in tabellarischer Form nach Landkreisen und Bundesländern ausgewiesen.

Beachten Sie bitte insbesondere die Anweisungen, die sich auf die Region beziehen, in der Sie wohnen oder sich gewöhnlich aufhalten:

Sofern Sie nicht selbst zu einer Risikogruppe gehören oder bei Ihnen der begründete Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) besteht: Unterstützen Sie wenn möglich Risikogruppen wie Senioren, chronisch Kranke etc. bei Alltagstätigkeiten wie etwa Einkäufen.

Befinden sich Erkrankte in Ihrem Haushalt, achten Sie auf räumliche Trennung beim Essen, Aufenthalt und Schlafen. Beachten Sie insbesondere die Anweisungen der für Sie zuständigen Gesundheitsbehörde.

Welche Bedeutung haben die Mutationen des Virus?

Die aktuell wachsende Zahl an so genannten VOCs (= variant of concern = besorgniserregende Variante), im Sprachgebrauch auch häufig „Mutationen“ oder „Mutanten“ genannt, zeigt uns erneut, wie wichtig die Einhaltung der genannten Hygienemaßnahmen ist.

Bei diesen Varianten des Coronavirus (SARS-CoV-2) handelt es sich um Viren, die im Laufe der Zeit kleine Veränderungen in ihrem Genom durchlaufen haben, die das Virus vom bisher bekannten sog. Wildtyp unterscheiden. Dies ist nichts Ungewöhnliches. Bei der schnellen Vermehrung von Viren kommt es immer wieder zu solchen Mutationen. Führt eine Veränderung zu einem Selektionsvorteil für den Erreger, setzt er sich gegenüber den bisherigen Formen durch.

Beim Coronavirus (SARS-CoV-2) haben aktuell die britische (B.1.1.7), die südafrikanische (B.1.351) sowie die brasilianische Variante (B.1.1.28.P1) die größte Bedeutung. Allen drei Formen scheinen leichter übertragbar zu sein als der bisher am häufigsten nachgewiesene Wildtyp. Dies ist für das Virus ein entscheidender Selektionsvorteil.

Ob eine oder mehrere dieser Varianten auch zu einem schwereren Krankheitsverlauf oder zu einer verminderten Wirksamkeit der aktuell verfügbaren Impfstoffe führen, ist noch nicht geklärt.

Die Corona-Warn-App: Gemeinsam Corona bekämpfen

Die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts hilft, Risikokontakte zu positiv getesteten COVID-19-Patienten nachzuvollziehen und Infektionsketten zu durchbrechen. Die Bundesregierung informiert mit diesem Video darüber, wie die App funktioniert und welchen Nutzen sie stiftet:

Mit der Corona-Warn-App können alle mithelfen, Infektionsketten schnell zu durchbrechen. Sie macht das Smartphone zum Warnsystem. Die App informiert uns, wenn wir Kontakt mit nachweislich Infizierten hatten. Sie schützt uns und unsere Mitmenschen. Und unsere Privatsphäre. Denn die App kennt weder unseren Namen noch unseren Standort.

Warum ist die App so wichtig?

Überall im öffentlichen Raum begegnen wir anderen Menschen. Darunter auch Menschen, die mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert sein können und das Virus an andere übertragen. Auch ohne, dass sich Symptome bemerkbar machen.

Nach einem positiven Corona-Test geht es für das Gesundheitsamt an die Nachverfolgung der Kontakte. Und die verläuft nicht ohne Lücken. Schließlich können Infizierte unmöglich alle Personen benennen, denen sie im Supermarkt, in der Bahn oder beim Spaziergang begegnet sind. Die Corona-Warn-App kann solche Lücken schließen. Sie erkennt, wenn sich andere Menschen in unserer Nähe aufhalten. Und sie benachrichtigt uns, wenn ihr gemeldet worden ist, dass sich einer dieser Menschen nachweislich infiziert hat. Kurz: Sie ergänzt die analoge Erfassung digital und hilft so, Infektionsketten zu durchbrechen. Sie hilft, die Pandemie unter Kontrolle zu halten.

Wie funktioniert die App?

Die Corona-Warn-App sollte uns auf allen Wegen begleiten. Wann immer sich Nutzer/-innen begegnen, tauschen ihre Smartphones über Bluetooth verschlüsselte Zufallscodes aus. Diese geben Aufschluss darüber, mit welchem Abstand und über welche Dauer eine Begegnung stattgefunden hat. Die App speichert alle Zufallscodes, die unser Smartphone sammelt, für 14 Tage. Laut Robert Koch-Institut umfasst die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, von einem bis maximal 14 Tagen. Deshalb werden die Daten nach Ablauf von 14 Tagen automatisch gelöscht.

Meldet eine betroffene Person über die App freiwillig ihre Infektion, werden ihre eigenen Zufallscodes allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung gestellt. Auf deren Smartphones prüft die App, ob unter den Kontakten der letzten 14 Tage der Zufallscode eines Infizierten ist und kritische Kontakte bestanden haben. Wird sie fündig, benachrichtigt sie die Betroffenen und gibt klare Handlungsempfehlungen. Die Daten der Benachrichtigten sind zu keiner Zeit einsehbar.

Was passiert mit den Daten?

Die App ist auf dem eingeschalteten Smartphone aktiv und soll uns täglich begleiten. Sie wird uns jedoch nie kennenlernen. Sie kennt weder unseren Namen noch unsere Telefonnummer noch unseren Standort. Dadurch verrät sie niemandem, wer oder wo wir sind. Der Datenschutz bleibt über die gesamte Nutzungsdauer und bei allen Funktionen gewahrt.

 

Laden Sie hier die neue Corona-Warn-App herunter

 

(Quelle/Copyright: www.bundesregierung.de)

Häusliche Quarantäne

Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz geben hilfreiche Tipps zur häuslichen Quarantäne:

Homeoffice, Kinderbetreuung, Haushalt ...

…die aktuelle Situation stellt vor allem Familien mit Kindern vor große Herausforderungen. Hier sind unsere Empfehlungen für mentale und körperliche Fitness, leckere Küche und eine schöne Familienzeit:

Anzeige

Kochbuch-Empfehlungen für die häusliche Quarantäne Familienzeit Rasant entspannt Fit bleiben trotz Corona
© 2020 Thieme Compliance GmbH