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Ansteckungsrisiko und Vorbeugung gegen eine Ansteckung

Zusammengestellt und geprüft von S. Temizel, MPH, Fachärztin für Hygiene- und Umweltmedizin, Augsburg

Bestimmte Umstände steigern die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2). Wir erklären Ihnen, wann Sie mit erhöhter Wachsamkeit auf typische Symptome der Krankheit achten sollten und mit welchen einfachen Handlungen Sie dazu beitragen können, sich und Ihr Umfeld zu schützen.

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Wie wird das Coronavirus (SARS-CoV-2) übertragen?

Die Übertragung des Coronavirus (SARS-CoV-2) erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen – also Viren, die von den Erkrankten über die Atemwege ausgeschieden werden. Dies geschieht vor allem durch engen Kontakt von Angesicht zu Angesicht: Bis zu einem Abstand von 1,5 bis 2 Metern kann bei Kontakt durch Sprechen, Niesen oder Husten das Virus übertragen werden. Hier gilt der unmittelbare Kontakt (face to face) als äußerst gefährlich – auch ein kurzes Gespräch kann hier schon zu einer Übertragung führen. Ohne direktes Gespräch sind nahe Kontakte ab 10 Minuten Dauer besonders riskant. Das Risiko kann durch das Tragen eines dicht und korrekt sitzenden Mund-Nasen-Schutzes bzw. einer FFP2-Maske deutlich reduziert werden. Beim Singen oder auch bei gesteigerter körperlicher Aktivität werden übrigens mehr Tröpfchen ausgeschieden. Trocknen die Tröpfchen aus, entstehen so genannte Aerosole, die vor allem in schlecht belüfteten Räumen auch noch über größere Distanzen ansteckend sein können, da sie leichter als Tröpfchen sind und somit „schweben“ können. Auch mit Viren verunreinigte Hände oder Oberflächen können vermutlich zu Infektionen führen, wenn nach Kontakt die eigenen Schleimhäute (Mund, Nase, eventuell auch Augen) berührt werden – dieser Infektionsweg ist aber der weniger Bedeutsame. Wie lange die Viren auf unbelebten Oberflächen (wie Metall, Glas oder Plastik) überleben können ist noch nicht endgültig untersucht. Man geht aktuell davon aus, dass es bis zu mehrere Tage sein können.

Wann besteht das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2)?

Wenn Sie Kontakt zu einem nachweislich mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) Infizierten hatten UND eines oder mehrere der hier genannten Symptome aufweisen, könnte eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegen. Da die Infektionsketten aber oft nicht mehr vollständig nachvollziehbar sind, kann aber auch bei Vorliegen respiratorischer Symptome ohne einen bekannten Kontakt eine Infektion mit dem Coronavirus nicht ausgeschlossen werden.

Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zu den ersten Krankheitssymptomen (Inkubationszeit)?

Wenn es zu einer Ansteckung kommt, beträgt die Zeit zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) in der Regel 2 – 6 Tage. Sie kann aber bis zu 2 Wochen dauern. Aktuell besteht bundesweit keine Quarantäneverpflichtung nach Kontakt zu einer infizierten Person mehr – unabhängig vom Impfstatus. Das heißt nicht, dass kein Risiko einer Ansteckung besteht. Für alle, die wissentlich engen Kontakt zu einer SARS-CoV-2 – infizierten Person hatten, ist weiterhin empfohlen, Kontakte zu meiden und auf Symptome zu achten. Vor allem Treffen mit Personen mit Risikofaktoren für einen schweren Infektionsverlauf und Treffen in größeren Gruppen sollten für 2 Wochen nach Kontakt vermieden werden. So lässt sich die Weiterverbreitung des Virus unterbrechen. Da die Erkrankung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) auch ganz ohne Krankheitszeichen (asymptomatisch) ablaufen kann, ist die Einhaltung der Schutzmaßnahmen – vor allem der Abstandregeln – für alle Bürgerinnen und Bürger wichtig.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) schützen?

Es gibt einfache Maßnahmen, um sich zu schützen – dies gilt nicht nur für das Coronavirus (SARS-CoV-2), sondern für alle Infektionen, die durch Tröpfchen übertragen werden. Beachten Sie zusätzlich die lokalen Vorgaben Ihres Bundeslandes.

Welche Bedeutung haben die Mutationen des Virus?

Die aktuell wachsende Zahl an so genannten VOCs (= variant of concern = besorgniserregende Variante), im Sprachgebrauch auch häufig „Mutationen“ oder „Mutanten“ genannt, zeigt uns erneut, wie wichtig die Einhaltung der genannten Hygienemaßnahmen ist.

Bei diesen Varianten des Coronavirus (SARS-CoV-2) handelt es sich um Viren, die im Laufe der Zeit kleine Veränderungen in ihrem Genom durchlaufen haben, die das Virus vom bisher bekannten sog. Wildtyp unterscheiden. Dies ist nichts Ungewöhnliches. Bei der schnellen Vermehrung von Viren kommt es immer wieder zu solchen Mutationen – weit über 10.000 sind für SARS-CoV-2 bereits beschrieben. Führt eine Veränderung (oder mehrere) aber zu einem Selektionsvorteil für den Erreger, setzt er sich gegenüber den bisherigen Formen durch.

Ursprünglich waren die Varianten nach den Orten ihres ersten Auftretens benannt, aufgrund der wachsenden Zahl und der negativen Publicity beschloss die Weltgesundheitsorganisation im Juni 2021 eine einheitliche Klassifikation nach griechischen Buchstaben. Alle diese Formen haben gemeinsam, dass sie leichter übertragbar sind als der bisher am häufigsten nachgewiesene Wildtyp. Dies ist für das Virus ein entscheidender Selektionsvorteil.

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bisher 6 VOCs ausgerufen. Nach den Varianten Alpha (B.1.1.7), Beta (B.1.351) und Gamma (P1) wurden der Wildtyp und auch die bisherigen VOCs seit Anfang Mai 2021 durch die Variante Delta (B.1.617) nahezu verdrängt. Seit Dezember 2021 ist nun die Variante Omikron (B.1.1.529) auf dem Vormarsch. Am 26.11.2021 erklärte die WHO die erst wenige Tage vorher neu beschriebene Variante Omikron (B.1.1.529) zu einer VOC. Omikron zeigt eine nochmals erhöhte Ansteckungsfähigkeit, was den massiven Anstieg der Infektionszahlen seit Beginn des Jahres 2022 erklärt; glücklicherweise sind die Verläufe einer Infektion mit Omikron milder als bei der Delta-Variante. Mittlerweile werden bei der VOC Omikron bereits wieder Untervarianten unterschieden: BA.1 bis BA.5 und sogar Kombinationen dieser Untervarianten. BA.2 scheint noch etwas ansteckender zu sein als BA.1 – noch ist unklar, ob dies durch erhöhte Infektiosität oder durch die Fähigkeit entsteht, bereits immune Personen erneut zu infizieren. Der Schweregrad der Infektionen scheint weiterhin deutlich milder, als bei den „alten“ Varianten – wobei dies auch durch die hohen Impfquoten bedingt sein könnte. Bei ungeimpften Personen werden weiterhin auch bei der Variante Omikron schwere Verläufe – teils mit Todesfolge beobachtet. Weiterhin können durch einen unkontrollierten Anstieg der Infektionen das Gesundheitssystem und auch die kritische Infrastruktur gefährdet werden. Ziel sollte also weiterhin sein, Infektionen zu vermeiden.

Einige Varianten (aktuell Beta, Gamma, Delta und Omikron) haben zudem noch eine weitere Eigenschaft entwickelt: sie scheinen sich besser vor dem Immunsystem „verstecken“ zu können. Somit besteht die Gefahr, dass sich bereits von COVID-19 genesene Personen erneut mit einer dieser Varianten mit dem sog. „Immun-Escape“ infizieren, erkranken und auch andere anstecken können. Das Immunsystem, das den „Wildtyp“ oder eine andere Variante kennt, reagiert auf ein neues mutiertes Virus weniger – so entsteht die erneute Infektion.

Nachgewiesen ist, dass ein ausreichender Impfschutz mindestens schwere Verläufe von COVID-19 mit hoher Sicherheit verhindern kann. Hierfür sollten die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) beachtet werden.

Die Corona-Warn-App: Gemeinsam Corona bekämpfen

Die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts hilft, Risikokontakte zu positiv getesteten COVID-19-Patienten nachzuvollziehen und Infektionsketten zu durchbrechen. Die Bundesregierung informiert mit diesem Video darüber, wie die App funktioniert und welchen Nutzen sie stiftet:

Mit der Corona-Warn-App können alle mithelfen, Infektionsketten schnell zu durchbrechen. Sie macht das Smartphone zum Warnsystem. Die App informiert uns, wenn wir Kontakt mit nachweislich Infizierten hatten. Sie schützt uns und unsere Mitmenschen. Und unsere Privatsphäre. Denn die App kennt weder unseren Namen noch unseren Standort.

Warum ist die App so wichtig?

Überall im öffentlichen Raum begegnen wir anderen Menschen. Darunter auch Menschen, die mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert sein können und das Virus an andere übertragen. Auch ohne, dass sich Symptome bemerkbar machen.

Wie funktioniert die App?

Die Corona-Warn-App sollte uns auf allen Wegen begleiten. Wann immer sich Nutzer/-innen begegnen, tauschen ihre Smartphones über Bluetooth verschlüsselte Zufallscodes aus. Diese geben Aufschluss darüber, mit welchem Abstand und über welche Dauer eine Begegnung stattgefunden hat. Die App speichert alle Zufallscodes, die unser Smartphone sammelt, für 14 Tage. Laut Robert Koch-Institut umfasst die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, von einem bis maximal 14 Tagen. Deshalb werden die Daten nach Ablauf von 14 Tagen automatisch gelöscht.

Meldet eine betroffene Person über die App freiwillig ihre Infektion, werden ihre eigenen Zufallscodes allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung gestellt. Auf deren Smartphones prüft die App, ob unter den Kontakten der letzten 14 Tage der Zufallscode eines Infizierten ist und kritische Kontakte bestanden haben. Wird sie fündig, benachrichtigt sie die Betroffenen und gibt klare Handlungsempfehlungen. Die Daten der Benachrichtigten sind zu keiner Zeit einsehbar.

Was passiert mit den Daten?

Die App ist auf dem eingeschalteten Smartphone aktiv und soll uns täglich begleiten. Sie wird uns jedoch nie kennenlernen. Sie kennt weder unseren Namen noch unsere Telefonnummer noch unseren Standort. Dadurch verrät sie niemandem, wer oder wo wir sind. Der Datenschutz bleibt über die gesamte Nutzungsdauer und bei allen Funktionen gewahrt.

 

Laden Sie hier die neue Corona-Warn-App herunter

 

(Quelle/Copyright: www.bundesregierung.de)

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